Unterstützen Sie uns
mit Ihrer Spende

Geben Sie einen Spendenbetrag ein und klicken Sie auf "spenden".

Wir leiten Sie zu unserem Zahlungsprovider SOFORT GmbH weiter, der Ihre Spende sicher entgegen nimmt.

Alternativ können Sie auch direkt auf unser Konto spenden:
BW Bank Karlsruhe
IBAN DE03600501010004029867
BIC SOLADEST600

Space Invaders

Überdimensionale Lichtinstallation auf der Messe ART

Auf der Messe ART wurde eine Lichtinstallation mit dem schönen Namen Space invaders vorgestellt. Wir haben die Austellung durch einen Förderbeitrag ermöglicht.

Mit Space Invaders lassen uns Rainer Kehres und Sebastian Hungerer vor einen überdimensionalen "Vorhang" aus Dutzenden von Lampen treten, insgesamt 176 Stück, die als Gesamtes eine überwältigende Lichtinstallation von 11 x 14 Metern ergeben. ... Gleichermaßen beeindruckend sind die Dimensionen, die Space Invaders ausfüllt, als auch die Vielfalt der Leuchten, von der jede einzelne mindestens eine Besonder‐heit aufweist. Streng geometrisch haben Kehres und Hungerer die 176 Leuchtobjektemittels einer eigens für diesen Zweck konzipierten, filigran wirkenden Metall‐Konstruktion angeordnet. In immer demselben Abstand wurden jeweils 16 Lampen in der Breite und elf in der Höhe angebracht, aber nicht nur "aufgehängt": Hier hat jede einzelne Lampe ihren sicheren Platzgefunden, der ihr entsprechend ihrem Material, ihrer Form oder Leuchtkraftzugewiesen wurde.

Der Eindruck einer akribisch durchdachten Komposition täuschte doch ‐ Kehres und Hungerer haben sich voll und ganz auf die Dynamik währenddes eigentlichen Prozess des Hängens verlassen. Vertreten ist nahezu jede Dekade der vergangenen Jahrzehnte, angefangen bei den 20er Jahren, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den 50erbis 70er Jahren liegt. Der Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben, vielmehr der Anspruch auf Vielfalt. Entsprechend kurios, witzig, originell oderdurchdacht ist jedes einzelne Leuchtobjekt – oder einfach nur wunderschön. Das Spektrum reicht von einem DDR‐Relikt über eine kostspielige Verner‐Panton‐Lampe bis hin zu einer Castiglioni‐Leuchte aus den 1950er Jahren.

Eine ganz besondere Freude bereitet die Feststellung, mit welcher Unbekömmertheit das Design‐Objekt mit der Ikea‐Ikone korrespondiert, mit welcher Mühelosigkeit sich die Leuchtskulptur dem Alltagsgegenstand gegenüberstellt. Automatisch in die Froschperspektive versetzt, setzen sich viele Besucher fast direkt unter den Lampenvorhang, manche bleiben in geringem, die meisten mit großem Abstand vor der Arbeit stehen, nicht selten lässt sich jemand auf dem Boden nieder, um die Lichtinstallation liegend betrachten zu können.

Die Gefühlsregungen, die dabei von den Schauenden abgelesen werden können, erinnern beinahe an Szenerien in der Tate Modern, als Olafur Eliasson mit seinem Weather Project zu Gast war, jene an eine Sonne erinnernde, künstlich beleuchtete Lichtscheibe riesigen Formats. Sicherlich sind allein die Koordinaten sowohl der Turbinenhalle als auch Eliassons Arbeit von weitausgigantischerem Ausmaß. Die Reaktionen der Besucher sind jedoch nahezu identisch: Unvermitteltes Stehenbleiben, Überraschung, Lächeln, Faszination, Staunen, verharren wollen.

Space Invaders wurde im Kontext der ZKM‐Ausstellung Lichtkunst aus Kunst licht installiert, eine der beliebtesten und meist besuchten Sonderausstellungen... Die Besucher waren begeistert von den Möglichkeiten in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem elektrischen Licht, die trotz ihrer Vielfalt den Mythos des rätselhaften eher untermalen denn auflösen. K. und H. machen sich … neben dem Element Raum eben diese Faszination Licht zu nutze, welches in seiner Wirkungskraft ungebrochen ist und den Betrachter stets mit der unspezifischen Bestätigung darüber zurücklässt, zu wissen, was das Licht ist: ein Phänomen. Jedenfalls ist es ein tröstlicher Gedanke, dass jene Wesen, deren Existenz wir nur phantasieren können, im Falle einer 'Invasion' ausnahmslos freundlicher und friedlicher Gesinnung sind.

von Heike Borowski